10 Jahre „erste Hilfe" für wohnungslose Frauen

Berlin, 12.12.13

Die Notübernachtung für Frauen der GEBWO pro in der Tieckstrasse feiert in dieser Woche ihr zehnjähriges Jubiläum. Sie ist die einzige ganzjährig geöffnete frauenspezifische Notübernachtung in Berlin.

Seit 11. 12. 2003 öffnet die „NÜF" Abend für Abend um 19:00 Uhr, bietet wohnungslosen Frauen ein Abendessen, Schutzraum, die Möglichkeit sich hygienisch zu versorgen und ein Bett. Am Morgen, nach dem gemeinsamen Frühstück besteht für die wohnungslosen Frauen die Möglichkeit sich beraten zu lassen.
Es können bis zu 9 Frauen pro Nacht aufgenommen werden.

Die Notübernachtung soll eine Tür in das weiterführende Berliner Hilfesystem sein, die Verweildauer der Frauen sollte dabei 14 Tage nicht überschreiten. In Einzelfällen können die Frauen auch länger bleiben, wenn sich neue Perspektiven abzeichnen.

In den 3653 Nächten der letzten 10 Jahre schliefen 1549 verschiedene Frauen in der Notübernachtung. Es wurden unzählige Beratungsgespräche geführt und 45. 626 Mahlzeiten ausgegeben.

Dabei ist die Nachfrage in den letzten Jahren stetig gestiegen, mittlerweile kann etwa der Hälfte der Anfragen nicht mehr entsprochen werden und es gibt große Schwierigkeiten, die Frauen anderweitig angemessen unterzubringen.

Mussten im Jahr 2006 von 423 Anfragen nur 27 abgelehnt werden, waren es im Jahr 2012 von 1182 Anfragen 670 Abweisungen.

Auch die Anfragen von Frauen mit Kindern, denen ebenfalls nicht entsprochen werden kann nimmt besorgniserregend zu: waren es 2006 noch 10 Anfragen ist die Zahl 2012 bei 47.

Anhand dieser Erhebungen kann festgestellt werden, dass dieses frauenspezifische Angebot mehr als gut angenommen wird und ausgebaut werden müsste.
Auch nach den Erfahrungen der Helfer in der Berliner Kältehilfe steigt die Zahl der Frauen in Notlagen stetig.
Nicht zuletzt wegen der Dunkelziffer unterversorgter Frauen gibt es noch zusätzlichen Bedarf an reinen Frauenschlafplätzen.

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